China 05/08
Momentan macht China ja vorallem durch mehr oder weniger verbockte Fackelläufe zu den Olympischen Sommerspielen dieses Jahres in Peking (Beijing) auf sich aufmerksam. Da ist zum Einen die Rede von den nicht von der Hand zu weisenden Menschenrechtsverletzungen in Tibet und dem leidigen Meinungskrieg zwischen Chinas und dem tibetischen Oberhaupt, der noch dazu den früher verurteilten Westen munter bereist. Zum Anderen schreibt die Presse von engagierten Prügeltrupps, die zur Not mit Gewalt gegen Olympiaprotestanten vorgehen sollen und mit Ihrem Leben die Fackel auf ihrem Weg durch die Welt beschützen sollen. Das sind wahrlich keine angenehmen Nachrichten für ein Land, das abseits Olympias eine ganze Menge mehr zu bieten hat. Wie wäre es beispielsweise mit einer faszinierenden Kultur, die es wie kaum eine Andere schafft ihre Traditionen aus dem Altertum in die Moderne zu übernehmen? Oder China als Touristenland? Grund genug für uns China mal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten und Euch über die Geschichte des Landes, seiner Kultur und dem heutigen China aufzuklären.
Das kleine 1mal1
Die Volksrepublik China (chin. 中华人民共和国 / 中華人民共和國, Zhanghuá Rénmín Gònghéguó), meist China genannt, ist mit 1,3 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde, der flächengrößte Staat in Ostasien und der viertgrößte der Erde (nach Russland, Kanada und den USA).
Der Name China stammt, ebenso wie das lateinische Sina (Sinologie), wahrscheinlich von der Qin-Dynastie. Über mehrere Stationen und Sprachen gelangte die Bezeichnung Qin entlang der Seidenstraße bis nach Europa. Das chinesische Äquivalent zum deutschen Wort China ist Zhōngguó (中国 / 中國), das im Deutschen recht gut mit Reich der Mitte wiedergegeben ist.
Die Volksrepublik China umfasst fast das gesamte als China bekannte kulturell-geografische Gebiet Asiens, mit Ausnahme der Insel Taiwan, welches von der Volksrepublik beansprucht wird, und einiger kleiner Inseln vor der Küste Fujians. Seit der 1949 nach einem Bürgerkrieg erfolgten Staatsgründung wird die Volksrepublik von der Kommunistischen Partei Chinas regiert. Die chinesische Nationalpartei Kuomintang zog sich nach Taiwan zurück. Der politische Status Taiwans sowie der anderen Inseln ist umstritten; dieses mit 23 Millionen Einwohnern dichtbevölkerte Gebiet heißt offiziell Republik China. Dies wird im Taiwan-Konflikt deutlich.
Weitere Bezeichnungen für die VR China sind der veraltete Begriff Rotchina und das vor allem im englischen Sprachraum verbreitete Festlandchina (Mainland China). Beide Begriffe schließen die an der Küste gelegenen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao aus, die seit 1997 beziehungsweise 1999 zum Staatsgebiet gehören.
Das Staatsgebiet gliedert sich in 22 Provinzen (ohne Taiwan), fünf autonome Gebiete, vier regierungsunmittelbare Städte und zwei Sonderverwaltungszonen (siehe Administrative Gliederung der VR China). Davon entfallen auf die drei größten Gebiete 45 Prozent der Staatsfläche: Xinjiang und Tibet im Westen sowie die Innere Mongolei im Norden. Allerdings sind diese Gebiete nur wenig fruchtbar und mit einem Anteil von 4 Prozent an der Bevölkerung der Volksrepublik sehr dünn besiedelt. Um das rasche Bevölkerungswachstum einzudämmen, wurde die Ein-Kind-Politik betrieben, die wieder gemildert worden ist, weil es zu großen Fehlplanungen und demographischen Verwerfungen gekommen ist. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zunahme der Bevölkerung von etwa 2,8 Prozent in den 1960ern auf 0,6 Prozent eingependelt. Das bevölkerungsreichste Land der Erde hat mit 1,3 Milliarden mehr Einwohner als Nordamerika und Europa zusammen.
Obwohl die Volksrepublik China noch als Entwicklungsland eingestuft wird, verändert sie sich seit ihrer teilweisen wirtschaftlichen Öffnung nach der „Kulturrevolution“ zunehmend zu einer Großmacht. Sie vertritt international die „Ein-China-Politik“, deren offizielle Anerkennung sie seit Anfang der siebziger Jahre auch im Westen durchsetzt. Wirtschaftlich weist China eine hohe Dynamik auf, so dass der aktuelle Fünfjahrplan bereits eine Drosselung vorsieht, um den negativen Folgen einer Marktsättigung entgegenzusteuern.
Die chinesische Kultur
Die heutige chinesische Kultur speist sich aus einer Reihe verschiedener philosophischer und weltanschaulicher Traditionen:
Die in der ersten Dynastie Chinas vorherrschende Religion war schamanistisch geprägt (siehe auch Fangshi) und Vorstellungen dieser Religion übten auch auf spätere Erscheinungen der chinesischen Kultur Einfluss aus, beispielsweise auf Ahnenverehrung und Naturphilosophie. Stärker mit den menschlichen Beziehungen befasste sich der im 5. Jahrhundert v. Chr. entstandene Konfuzianismus, der vielfach als Inbegriff der chinesischen Kultur überhaupt angesehen wird.
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